Starke Schule Baselland

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News

  • Mittwoch, Januar 04, 2017

    Meldepflicht bei Integrationsproblemen

    Die Starke Schule Baselland hat sich in ihrer jüngsten Vernehmlassungsantwort zur Änderung der Kantonsverfassung betreffend Vorbehalt der bürgerlichen Pflichten und Änderung des Bildungsgesetzes betreffend Aufnahme einer Meldepflicht bei Integrationsproblemen geäussert.

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  • Donnerstag, Dezember 29, 2016

    Abstimmung im Kanton Solothurn

    Am 21. Mai 2017 wird in Solothurn über eine Initiative gegen den Lehrplan 21 abgestimmt.

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  • Dienstag, Dezember 27, 2016

    Leserbriefe

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  • Samstag, Dezember 03, 2016

    Initiative zustande gekommen

    Die Landeskanzlei gab soeben bekannt, dass die formulierte Gesetzesinitiative "JA zu Lehrplänen mit klar definierten Stoffinhalten und Themen" mit 2'413 gültigen Unterschriften definitiv zustande gekommen ist.

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  • Dienstag, November 29, 2016

    Solche Lehrer braucht das Land

    In ihrem Gastbeitrag schreiben Daniel Goepfert und André Vanoncini über die Zukunft der pädagogischen Ausbildung und die immer schneller drehende Reform-Maschine.

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  • Donnerstag, Oktober 27, 2016

    2602 Unterschriften

    Die Initiative "Ja zur Lehrplänen mit klar definierten Lehrplänen und Themen" wurde heute in Liestal eingereicht. Die Unterschriftensammlung ist damit abgeschlossen.

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  • Sonntag, Oktober 23, 2016

    Unterschriften jetzt zurücksenden

    Wir reichen die Initiative "JA zu Lehrplänen mit klar definierten Stoffinhalten und Themen" in Kürze ein. Bitte senden Sie uns alle vorhandenen Unterschriften spätestens übermorgen Dienstag per A-Post zurück.

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Eindrückliches Referat von Alain Pichard


Alain Pichard ist Lehrperson und Stadtrat (glp) in Biel. Zusammen mit 20 weiteren Autoren hat er 2015 die Streitschrift "Einspruch" veröffentlicht, in welcher erstmals auch von linker Seite Kritik am Lehrplan 21 und den Schulreformen geäussert wurde.
 

Reine kompetenzorientierte Unterrichtsmethodik versagt

Das schlechte Abschneiden der Schüler/-innen von Baden-Württemberg (siehe weiter unten) in Rechtschreibung hat nun Konsequenzen. Die Ministerin für Kultus, Jugend und Sport hat Ihre Schulleitungen und Lehrerkollegien informiert, dass „Handlungsbedarf“ besteht und an den Schulen wieder vermehrt geübt werden soll. Bemerkenswert ist, dass die Ministerin die Ursache in der Methodik des Unterrichtes sieht: „Auch eine Unterrichtsmethodik und -didaktik, die der Rechtschreibung nicht den zentralen Stellenwert gibt oder diese zu spät berücksichtigt, ist wenig hilfreich, um korrektes Schreiben zu verankern. Hier müssen wir gegensteuern und Rechtschreibung von Anfang an gezielt üben. (…) Systematisches (Ein-)Üben ist ebenso wichtig wie Kontinuität.“ (Quelle: http://schuleschweiz.blogspot.ch/2016/12/kurswechsel-in-der-rechtschreibung.html)

Bemerkenswert ist diese Korrektur vor allem deswegen, weil dies auch ein Eingeständnis ist, dass ein auf rein Kompetenzen aufgebauter Unterricht ohne vertieftes und regelmässiges Üben bezüglich Rechtschreibung versagt hat. Baden-Württemberg war eines der ersten Bundesländer, welches auf den kompetenzorientierten Unterricht umgestellt hat.
 

Bildungsräte schweizweit

Das Thema Bildungsrat ist in aller Munde. Auch die Starke Schule Baselland hat sich dazu bereits geäussert (siehe Gastkommentar von Regina Werthmüller und Gastbeitrag von Michael Pedrazzi weiter unten). Uns hat interessiert, wie die Situation in anderen Schweizer Kantonen aussieht:

  • 13 Kantone haben entweder einen Bildungs- oder einen Erziehungsrat, der jedoch nicht überall dieselben Aufgaben hat. Während es sich beim Basel-Städtischen Erziehungsrat um das wichtigste Beratungs- und Entscheidungsgremium des Erziehungsdepartements handelt, gibt es im Jura und Wallis den Erziehungsrat nur noch auf dem Papier. Im Kanton Zürich beschäftigt sich der Bildungsrat vor allem mit pädagogischen Fragen und sorgt für die Koordination zwischen den Bildungsstufen. In den Kantonen Aargau, Baselland, Schaffhausen, St. Gallen und Zug sind Vorstösse im Parlament hängig, die für eine Umstrukturierung des Bildungs- bzw. Erziehungsrates sind. Der Kanton Uri hat sich im Jahr 2014 für die Beibehaltung des Erziehungsrates ausgesprochen. Der Kanton Neuchâtel hat - wie momentan in Baselland - ein breit abgestütztes Gremium, das jedoch über keine Rechtsgrundlage verfügt und über keine eigentlichen Kompetenzen. Auch die Kantone Schwyz und Appenzell Innerrhoden haben einen Erziehungsrat.
  • In den Kantonen Aargau, Bern, Fribourg, Genf, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Solothurn, Thurgau, Tessin und Waadt gibt es keinen Erziehungsrat. Bildungspolitische Themen werden vielfach - zum Beispiel in Nidwalden, Thurgau, Aargau, Glarus und Graubünden - in vorberatenden Kommissionen behandelt. In den Kantonen Fribourg, Luzern, Obwalden und Solothurn wurden die Erziehungsräte in den letzten 10 Jahren abgeschafft.

 

Bildungsrat professionalisieren – ein Schritt in die richtige Richtung

Gastkommentar von Regina Werthmüller (Vorstandsmitglied Starke Schule Baselland), erschienen am 20.12.2016 in der bz

Lehrpläne und Stundentafeln sind für die Schulen die wohl wichtigsten Instrumente, die mitunter auch für eine erfolgreiche, interkantonale Harmonisierung wesentlich sind. So ist es unbestritten ein entscheidender Unterschied, ob Primarschülerinnen und -schüler bereits im Alter von neun Jahren ein oder zwei Fremdsprachen lernen müssen, der Deutschunterricht auf der Sekundarstufe 1 wöchentlich fünf- oder nur vierstündig erfolgt  oder Geschichte und Biologie anhand einiger ausgewählter Themen in Sammelfächern oder als eigenständige und anspruchsvolle Fächer gelehrt werden.

Lehrpläne und Stundentafeln müssen miteinander korrelieren und aufeinander abgestimmt sein. Die Frage, ob diese Korrelation stimmt und ob die zur Verfügung stehenden Lektionen genügen, um die vom Lehrplan vorgegebenen Lernziele zu erfüllen, ist ohne fundierte Fachkenntnisse kaum zu beantworten. Die Lehrmittel hingegen spielen eine untergeordnete Rolle. Sie sind nicht massgebend und auch nicht so entscheidend, mal abgesehen von den Fremdsprachenlehrmitteln. In Mathematik lernen die Schülerinnen und Schüler in der ersten Sekundarklasse das Bruchrechnen mit den  entsprechenden Anwendungen dazu. Mit welchem Lehrmittel sie dies tun, ist nicht relevant. Schulbücher sind praktisch beliebig austauschbar, wenn die im Lehrmittel propagierte Pädagogik und Didaktik den Lehrpersonen einen ausreichend grossen Spielraum lässt. Entscheidend ist aber, dass der Lehrplan die zu behandelnden Stoffinhalte vorgibt und die dafür notwendigen Lektionen zur Verfügung stehen.

Völlig nachvollziehbar ist, dass diejenigen Stellen, die über Lehrpläne und Stundentafeln entscheiden, über die entsprechenden Fachkompetenzen verfügen müssen, insbesondere dann, wenn ihre Entscheide abschliessend sind. Erarbeitet werden die Lehrpläne in unserem Kanton zwar von einer engagierten Verwaltung, so auch der künftige Lehrplan Volksschule Baselland, der im Jahre 2020 an den Sekundarschulen eingeführt werden soll. Gleichwohl können sich aber Fehler, Unsinniges und nicht Umsetzbares einschleichen. Eine fachlich hoch dotierte Stelle, welche die von der Verwaltung produzierten Vorlagen kritisch überprüfen kann, ist unabdingbar.

Regierungsrätin Monica Gschwind hat erkannt, dass beispielsweise Juristen, Sozialarbeiter und Richter nicht über die nötige methodische und pädagogische Fachkompetenz verfügen, um hochkomplexe Materie wie Lehrpläne und Stundentafeln, deren Zusammenhänge und Folgen zu beurteilen. Ihren Entscheid, den Bildungsrat zu professionalisieren und zu einem echten Expertengremium umzuwandeln, welches fähig ist, Schwachstellen in den bildungspolitischen Vorlagen eruieren zu können, ist begrüssenswert. Folgerichtig sollen die politischen Parteien nicht mehr vertreten sein. Ihre Vertreterinnen und Vertreter im bisherigen Bildungsrat vertraten bislang insbesondere ihre Partei- und Partikularinteressen. Es waren zwar engagierte und motivierte Personen, die jedoch meist nicht über die notwendigen Fähigkeiten verfügten.

Regierungsrätin Monica Gschwind schlägt vor, dass dieses künftige Expertengremium nur eine beratende Funktion einnimmt und nicht mehr abschliessend entscheidet. Trifft künftig der Regierungsrat nach der Begutachtung der Empfehlungen des Expertengremiums den Entscheid, so hat dies auch einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Der Regierungsrat muss sich  gegenüber Öffentlichkeit und Parlament weitaus stärker für sein Handeln und seine Entscheide rechtfertigen als dies bislang der Bildungsrat tun musste. Dieser konnte sich gegenüber dem Volk im stillen Kämmerlein verstecken. Damit steht der Regierungsrat unter einem erheblichen Druck, fundiert geprüfte Entscheide zu fällen. Dieser Druck ist zweifelsohne der bestmögliche Garant, dass die Bildungsdirektorin mehrheitsfähige und wohl durchdachte Entscheide fällt und nicht leichtfertig die Empfehlungen des Expertengremiums missachtet, um damit auch keine unangenehmen politischen Vorstösse und Volksinitiativen zu provozieren.
 

Baden-Württemberg statuiert ein Exempel

Während die Schulkinder in Deutschen Schulen im Fach Englisch in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht haben, sieht es im Fach Deutsch - gerade bei Kindern mit Migrationshintergrund - trüb aus: In der Studie Bildungstrend 2015 des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), zeigt sich, dass sich gerade die Stadtstaaten, wo teils bis zu 50% der Kinder einen Migrationshintergrund haben, weiter hinten auf den Plätzen befinden. Obwohl die Zusammensetzung ein entscheidender Faktor bei solchen Vergleichen ist - und Bundesländer wie Bayern und Sachsen mit Sicherheit auch deshalb relativ gut im Ranking liegen, weil ihr Ausländeranteil an der Schülerschaft nur 9% beträgt - entlässt dies die Stadtstaaten nicht aus ihrer Verantwortung.

Auffallend ist das schlechte Ergebnis des Bundeslandes Baden-Württemberg. Während die Leistungen im Fach Deutsch in den meisten Bundesländern relativ unverändert blieben, schnitten die Schulkinder aus Baden-Württemberg schlechter ab als davor. Auch bei den Englisch-Kenntnissen stagnieren die Schüler/-innen aus dem Süden. Beim Lesen trennen die Schulkinder aus Baden-Württemberg 30 Punkte von denen aus dem führenden Sachsen. Dies entspricht dem Leistungsstand eines ganzen Schuljahres.

Noch im Jahr 2009 war Baden-Württemberg sehr weit oben im Ranking. Das schlechte Abschneiden stellt den Schulreformen der vergangenen Jahre ein schlechtes Zeugnis aus. Auffallend ist, dass die Bundesländer in der Studie weit oben liegen, die am wenigsten Schulreformen mitgemacht haben.
 

Bildungsrat ist ein Laiengremium  

Gastbeitrag von Michael Pedrazzi (Vorstandsmitglied Starke Schule Baselland), erschienen am 13.12.2016 in der bz

Auch wenn die SP krampfhaft aufzuzeigen versucht, dass der Bildungsrat ein Expertengremium in Sachen Bildung sei, hat die Vergangenheit deutlich das Gegenteil gezeigt: So konnten zum Beispiel die teilnehmenden Mitglieder des Bildungsrates an ihrer eigenen Pressekonferenz zum Lehrplan 21 die Fragen der Journalisten kaum fundiert beantworten. Es stellte sich heraus, dass sie weder die Philosophie des Lehrplans 21 verstanden haben noch deren Umsetzbarkeit beurteilen konnten –  peinlich, aber doch irgendwie verständlich: Denn von den 14 Mitgliedern des Bildungsrates haben nur gerade vier tagtäglich mit Bildung zu tun; die anderen vertreten vor allem die Partikularinteressen ihrer Parteien oder Wirtschaftsverbände.

Dennoch ist der Bildungsrat befugt, ohne Rücksicht auf finanzielle Mittel des Kantons abschliessend über Lehrpläne, Lehrmittel und Stundentafeln zu befinden. Und es ist ein völliger Irrglaube zu meinen, der Bildungsrat würde die Lehrpläne erarbeiten. Vielmehr erhält er von der Bildungsdirektion fixfertige Vorlagen, die er mangels Knowhow und Fachwissen nur abnicken kann. Das Laiengremium entscheidet in der Regel, ohne die Meinung der Lehrpersonen und Fachexperten zu beachten.  

Die Mehrheit der Lehrpersonen sieht im vom Bildungsrat angestrebten kompetenzorientierten Lehrplan ein erhebliches Risiko für die Schülerinnen und Schüler. Kein Wunder, im Bundesland Baden-Württemberg hat die Anzahl Schulabgänger, die nicht in den Arbeitsmarkt integriert werden können,  zehn Jahre nach der Umstellung auf den kompetenzorientierten Unterricht erschreckend zugenommen. Das selbstorganisierte Lernen, das bei uns neu eingeführt werden soll, scheiterte in Deutschland kläglich.

Der Bildungsrat verkennt die Schwächen des Lehrplans 21 mit seiner angestrebten Unterrichtsphilosophie und politisiert mit aufgesetzter Reform-Brille klar am Volk vorbei. Die von ihm propagierten Sammelfächer wurden denn am 5. Juni an der Urne mit 61% auch wuchtig verworfen.

Die SP merkt, dass ihre Bildungspolitik scheitert und die von alt Regierungsrat Urs Wüthrich vorangetriebenen Reformen von Regierungsrätin Monica Gschwind hinterfragt und erfolgreich gestoppt werden. So bedienen sich die beiden SP-Landräte Mirjam Locher und Roman Brunner wiederholt markiger Worte, um Gschwind und die Starke Schule Baselland zu diffamieren. Sie werfen der Bildungsdirektorin vor, die Bildungsmacht auf ihre Direktion konzentrieren zu wollen, um niemanden mehr fragen zu müssen, wenn es um Lehrpläne und Stundentafeln geht. Dabei verkennt die SP: Es war die neue Regierungsrätin Monica Gschwind, welche eine breit angelegte Umfrage bei den Lehrpersonen durchführte, ihre Position ernst nahm und diese berücksichtigte. Die neue Bildungsdirektorin  strebt in Bildungsfragen Konsenslösungen an, die von einer Mehrheit mitgetragen werden kann.

Es kommt auch nicht zu einer „Verpolitisierung der Bildung“, wie die beiden SP-Landräte immer wieder behaupten. In zahlreichen Kantonen entscheidet schon der Regierungsrat unter Berücksichtigung der Position der abnehmenden Schulen über Bildungsgeschäfte und das funktioniert gut. Zudem soll in Baselland der Bildungsrat gar nicht ersatzlos abgeschafft, sondern professionalisiert werden, indem statt Laien mit Parteien- und Wirtschaftsinteressen echte Bildungsleute aus der Praxis Einsitz nehmen sollen.

Der Entscheid, die Fähigkeiten, Kompetenzen und Aufgaben des Bildungsrates zu hinterfragen, ist aufgrund seiner zahlreichen Fehlentscheide in den vergangenen Jahren nachvollziehbar und legitim. Zu wichtig ist unser Bildungssystem, um es ideologischen Wunschvorstellungen zu opfern.
 

Der Bildungsrat als Expertengremium?

Leserbrief von Felix Schmutz, erschienen 25.11.2016 in der Basler Zeitung

Zweifel sind angesagt, wenn der Bildungsrat Basel-Land als Experten­gremium bezeichnet wird. Von 14 Mitgliedern vertreten neun die Interessen von Verbänden und politischen Parteien. Nur eine Minderheit von vier Lehrpersonen vertritt direkt die Bedürfnisse der schulischen Bildung. Die Mehrheit der Mitglieder wird deshalb einerseits ihre Spezialinteressen einbringen und andererseits den Vorgaben der Behörden widerstandslos folgen, wenn ihre Interessen nicht tangiert sind. Nur der Mangel an Sachverstand kann denn auch erklären, warum in den letzten Jahren so manches beschlossen wurde, was später korrigiert werden musste oder hoffentlich noch korrigiert werden wird: Sammelfächer, Aufhebung der kaufmännischen Vorbereitungsklasse, ungeeignete Fremdsprachenlehrmittel, ein unausgegorener Lehrplan 21, eine fragwürdige Stundentafel. Gegen ein beratendes Gremium mit Vorschlagsrecht wäre nichts einzuwenden, hingegen die Entscheidungsgewalt über Lehrpläne, Stundentafeln und Lehrmittel sollte nicht mehrheitlich bei ausser­schulischen Interessenvertretern liegen.
 

Umfrage bei Aargauer Lehrpersonen

Das Komitee "Ja zu einer guten Bildung - Nein zum Lehrplan 21" hat im Kanton Aargau rund 6'000 Lehrpersonen angeschrieben und ihnen fünf Fragen zu den anstehenden Bildungsreformen gestellt. Dies, weil - wie auch in anderen Kantonen - die Personen an der Basis, also die Lehrerinnen und Lehrer, noch nie wirklich nach ihrer Meinung gefragt worden sind.

Von den rund 6'000 Lehrpersonen, die per Mail angeschrieben wurden, haben über 1'200 an der Umfrage teilgenommen, was einer grossen Rücklaufquote entspricht. Die Fragen lauteten:

  1. Befürworten Sie, dass bereits auf der Primarstufe zwei Fremdsprachen (Französisch und Englisch) unterrichtet werden?
  2. Befürworten Sie an der Oberstufe statt der Einzelfächer Geografie, Geschichte, Biologie, Physik und Chemie die beiden Sammelfächer "Räume, Zeiten, Gesellschaften" und "Natur und Technik"?
  3. Befürworten Sie den zentralen Punkt des LP 21, das "selbstorganisierte Lernen", welches Stoffauswahl und Lernprozesse (Stichwort Lernlandschaften) weitgehend den Schülern überlässt?
  4. Sind Sie der Meinung, dass die Lehrerpersönlichkeit zentral ist für den Lernerfolg in der Klasse und bei der Stoffvermittlung eine aktive Rolle spielen muss?
  5. Wollen Sie auch in Zukunft mit Jahreszielen arbeiten?

Die Fragen bezogen sich - mit Ausnahme von Frage 1 - auf den Lehrplan 21 und seiner neuen Form des Lernens. Eindrücklich waren die Aussagen der gut 1'200 Lehrpersonen, die an der Online-Umfrage teilgenommen haben.

Nur 12% der Lehrpersonen befürworten zwei Fremdsprachen an den Primarschulen

Das Resultat der beiden ersten Fragen sieht ähnlich aus: Sowohl bei der Frage nach zwei Fremdsprachen als auch bei derjenigen über die Einführung von Sammelfächern, haben sich über die Hälfte der Befragten  gegen zwei Fremdsprachen auf der Primarstufe (52%) und gegen die Einführung von Sammelfächern (58%) ausgesprochen. Für zwei Fremdsprachen votierten lediglich 36% und gar nur 28% befürworten die beiden Sammelfächer.  

Auch bei entsprechenden Fragen im Kanton Baselland (entweder durch die Starke Schule Baselland oder die Bildungsdirektion) hat das Nein gegenüber dem JA deutlich überwogen, ungefähr im Verhältnis 3 zu 2.

Auch das selbstorganisierte Lernen fällt bei den Lehrpersonen durch

Die Ergebnisse zur dritten und vierten Frage sind noch eindrücklicher: 67% der Lehrpersonen lehnen das selbstorganisierte Lernen ab, welches mit dem Lehrplan 21 immer stärker eingeführt wird. 89% der Befragten sehen die Lehrperson nach wie vor als zentralen Indikator für den Lernerfolg der Kinder (was also zusätzlich gegen das selbstorganisierte Lernen spricht).

Auch die Frage zu den Jahreszielen wurde deutlich mit einem Ja beantwortet. Insgesamt zeigt sich, dass auch im Kanton Aargau die Lehrpersonen sehr kritisch gegenüber dem Lehrplan 21 und weiteren Reformen stehen.